Das Auto ist voll bepackt, der Tank gefüllt, Kilometerzähler auf Null, wir sind voller Tatendrang und die Tour kann beginnen. Auf der N2 geht es Richtung Westen, wo wir nach knapp einer Stunde auf die R 44 abbiegen, die sogenannte Wal-Route. Eine kleine verschlungene Straße die sich in engen Kurven am Berg entlang schlängelt. In kurzen Abständen befinden sich kleine Parkplätze von denen man sich mit Fernglas und Kamera bewaffnet auf Waljagt begeben kann. Doch wie es scheint haben die grauen Riesen sich heute ein anderes Revier zum tummeln ausgesucht. Erste Ängste steigen in uns auf, nicht zu viele Versprechungen gemacht zu haben. Zur Ablenkung machen wir bei Betty's Bay einen kleinen Abstecher zum Penguin Nature Reserve. Hier befindet sich eine der zwei sich auf dem afrikanischen Festland befindenden Pinguin Kolonien. Ein schmaler Holzsteg leitet den Besucher durch die ganze Kolonie, bis zur Spitze, wo meterhohe Wellen auf die Felsen krachen. Überall zwischen den Steinen und Büschen wackeln die lustigen kleinen Kerlchen umher und lassen sich nicht von unserem Kameradauerfeuer stören. Ein Seehund liegt auf einem Felsen und lässt sich von der Sonne bescheinen (wie auch immer er da hochgekommen ist) und die Kormorane fliegen um unsere Köpfe. An der Spitze angekommen wird nun endlich unser Suche belohnt. Nicht allzu weit von uns entfernt streckt ein Glattwal (Souther Right Whale. Der Name stammt ursprünglich daher, dass dies der "richtige" Wal für die Jagt war) seine riesige Schwanzflosse aus dem Wasser und lässt uns begeisterte "Ahs" und "Ohs" ausrufen.Weiter geht die Reise Richtung Hermanus, das Mekka der Wale! Mit seiner tiefen Bucht und dem warmen Wasser ist es der perfekte Ort um die Jungtiere zu gebären und "groß" zu ziehen. Und wir werden nicht enttäuscht. In der Bucht tummeln sich gleich mehrere von ihnen, leider alle sehr weit weg, jedoch trotzdem ein wunderschönes und faszinierendes Schauspiel.
Die A43 bringt uns weiter Richtung Süd-Osten, vorbei an Gaans Bay und der Walker Bay (wo wir auch noch ein paar Wale beobachten können) bis hin nach Agulhas. So denken wir jedenfalls. Denn auf einmal ist die Strasse zu Ende. Ab jetzt nur noch Schotterpiste. Es kann nicht mehr weit sein und unsere Karten sagen uns, dass es funktionieren sollte. Außerdem ist das Auto noch zu sauber. Die Straße führt uns durch idyllisches Farmland, viele Schafe, die ersten Strauße werden gesichtet, Kühe, Guinea Fowls, Blue Crane...und endlich erreichen wir Cape Agulhas. Den südlichsten Punkt Afrikas. Hier trifft der Atlantische auf den Indischen Ozean. Unsere Unterkunft übertrifft das Erwartete. Zwei wunderschöne Zimmer (unsers war um einiges schöner....) mit Blick auf den Leuchtturm und das Meer, ein kleiner Jacuzzi vor der Tür und perfektes Wetter.
Nach kurzem Ausflug und einer kleinen Photosession am südlichsten Punkt, gehen wir noch was Essen. Im südlichsten Restaurant Südafrikas. Und natürlich passend zu dieser Lokation ist das Restaurant......eine Western- und Countrybar.....oooooooookeeeee.....ein wenig verwirrend, aber gut, wenn sie meinen...Die Wirtin war äußerst nett, der Wein ausgezeichnet und das Essen lecker und reichhaltig! Was will man mehr?
Zurück in unserer Unterkunft, stürzten Henrik und ich uns sofort in den Jacuzzi, um feststellen zu müssen, dass dieser eiskalt ist. Also werden kurz mal die Mädels beauftragt heißes Wasser in Blumenvasen ranzuschaffen, was aber der aktuellen Wassertemperatur egal zu schein sein und sich beharrlich nicht erhitzen will. Jasmin wagt es sich dann auch noch in die kalte Wanne und Kara übernimmt den Teil des Dokumentierens.
Die heiße Dusche und das kuschelige Bett vertreiben jedoch schnell die Kälte aus unseren Gliedern.
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