Sonntag, 15. Mai 2011

Am Tag bevor der Osterhase kam

Was macht man wohl an einen Karfreitag in Südafrika? Natürlich das was man hier eigentlich immer macht. Wein trinken. Aber nicht gelangweilt mit einem angeschalteten Fernseher zu Hause auf dem Sofa, nein, man geht raus und sucht sich eine Weinfarm, auf der man ein paar der köstlichsten Weine der Region für einen geringen Obolus verköstigen darf.

Unsere kleine Truppe besteht aus Silke (deren Hochzeit ja eigentlich daran schuld ist, dass wir hier sind), Waltraut, ihre Mutter, Birgit, der Schwester, die gerade zu Besuch aus New York da ist und natürlich uns beiden. Also auf ins Auto und ab durch Feld und Wald (…den es hier eher spärlich gesät zu genießen gibt) Richtung Stellenbosh auf die Weinfarm Spier. 3 € und 6 Weine später wackeln wir leicht beduselt wieder nach draußen und entdecken ein kleines Wildgehege mit Geparden und Raubvögeln und wir entschließen uns den geflügelten Freunden einen Besuch abzustatten.

Alle Vögel die hier ihre neue Heimat gefunden haben, stammen aus illegalen Handaufzuchten, oder wurden verletzt gefunden und wieder aufgepäppelt. Es sind überall Ranger, die sich liebevoll um die Tiere kümmern und den interessierten Besuchen ihre Geschichten erzählen. Man macht schon zwei kleine Schritte rückwärts, wenn man erzählt bekommt, dass der Black Eagle, welcher 1,5 Meter vor einem steht, dem Ranger beim Training das Schlüsselbein und den Kiefer gebrochen hat…und so ein Arm…*schnapp*…einfach durchbrechen kann wie ein kleines Stöckchen. Wir haben Eulen auf der Hand, die sich von uns streicheln lassen…gelockt mit kleinen blutigen Hühnerbeinchen und treffen sogar einen Prominenten. Brutus, ein prächtiger Martial Eagle. Berühmt, berüchtigt und bekannt aus dem Film „The Meerkats“. Ein dokumentarischer Spielfilm über eine Erdmännchenfamilie und wie sie ihr Leben in der Wüste meistert. In einer Szene, wird die Familie von einem riesigen Adler verfolgt, der die ganze Sippe auszurotten droht…mehr wird nicht verraten, denn es ist ein toller Film und sollte geschaut werden.

Unsere Herzen erobern aber am Schluss drei kleine Nonneneulen, die wie auf Kommando zu tanzen beginnen, als der betreuende Ranger über sein Handy Musik ertönen lässt. Ganz entspannt sitzen die drei kleinen Piepmätze vor uns und wackeln ganz gemächlich im Takt der Musik.
Leider drängt die Zeit, denn der Tisch im nächsten Weingut ist reserviert.


Das Weingut Tokara gehört zu den besten und bekanntesten Weingütern Südafrikas. In einem wunderschönen, modernen Gebäude mit verglastem Restaurantbereich genießen wir den Rest des Tages bei Tapas, Wein und einem unglaublichen Blick auf die Berge und den endlosen Hügeln mit Weinreben und Obstbäumen

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